Gewöhnliche Hasel - Corylos avellana

Gewöhnliche Hasel

Zweig mit Kätzchen – männliche Blüten – einer Gewöhnlichen Hasel (Corylos avellana) am Stationenweg nach St. Ottilien (Freiburg-Waldsee, Ende Februar).

Gewöhnliche Hasel

Familie: Haselnussgewächse
Die Gewöhnliche Hasel (Corylos avellana) oder Haselstrauch ist ein bis 5 m hoher, vielstämmiger Strauch, selten ein bis zu 9 m hoher Baum. Sie wächst als Licht- und Halbschattenpflanze in lichten, krautreichen Laubmischwäldern, an Säumen und Hecke. Bildet gern kleine Bestände, wird oft angepflanzt; bis 800 m.

Infografik zur Gewöhnlichen Hasel:
Thomé, Otto Wilhelm: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera 1885; Zugriff über Wikipedia – die freie Enzyklopädie – im September 2016.

Namen

Gattungsname Corylos ist der lateinische Name der Pflanze.
Artname avellana bezieht sich auf die antike, italienische Stadt Abella (heute Avella, in der Nähe des Vesuv). Die Stadt war und ist wegen der dort kultivierten Haselnüsse bekannt.
Weitere Namen: Gemeine Hasel, Haselnussstrauch.

Blätter

Wechselständige Blätter, rundlich bis verkehrt eiförmig, zugespitzt, bis 10 cm lang, Rand doppelt gesägt; drüsig behaarte, bis 2 cm lange Blattstiele.

Gewöhnliche Hasel

Im Februar: Knospe am Ende eines jungen Triebs.

Gewöhnliche Hasel

Im März: sich entfaltende Laubblätter, Knopse einer weiblichen Blüte.

Gewöhnliche Hasel

Oberseite eines Laubblatts im Juni.
 

Habitus und Rinde

Vielstämmig; Stammdurchmesser bis zu 15 cm; glatte, glänzende, graubraune Rinde durchsetzt mit Korkwarzen.

Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel

Foto links: blühender Strauch. Foto mitte: vielstämmiger Strauch. Foto rechts: Stammausschnitt, Rinde mit Korkwarzen.

Blüte

Die Gewöhnliche Hasel ist einhäusig:
Männlichen Kätzchen schon im Vorjahr angelegt, bis zu 10 cm lang, 2 bis 4 Kätzchen stehen an der Spitze oder in den Achseln letztjähriger Triebe; vor dem Laubaustrieb strecken sie sich, der Pollen rieselt auf das gewölbte Deckblatt und wird von dort fortgeweht.
Weibliche Blüten ca. 7 mm, unauffällig, knospenartig, nur rote Narbenfäden ragen hervor, 1 bis 3 am Ende junger Triebe.
Blütezeit: Februar bis April, oft schon ab Januar

Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel

Ende Februar: Weibliche Blüten mit hervortretenden roten Narben, Blüten rund 8 mm lang.
 

Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel

Foto links: Kätzchen an der Spitze eines letztjährigen Triebs. Ein junger Trieb, mit kurzen Haaren dicht besetzt, ist über den Kätzchen zu erkennen. Foto von Mitte Januar.
Fotos in der Mitte: männliche Blüten mit den stark behaarten Tragblättern und zwei Vorblättern. Im Ausschnittfoto sind die noch geschlossenen Staubbeutel (2 mm) zu erkennen. Fotos von Ende Februar
Foto rechts: männliche Blüten deren Staubbeutel geleert sind. Foto vom März.

Gewöhnliche Hasel

Früchte

Einsamige, anfangs gelblichweiße Nüsse reifen ab August zu den rostbraunen Haselnüssen; Nüsse sitzen in grüner Fruchthülle.

Im Juni: Reifende Früchte

Korkenzieher-Hasel (orylos avellana Contorta)

Vermutlich spontan entstandene, vegetativ vermehrte Zierform mit stark gewundenen Stämmen und Zweigen. 5 bis 6 m hoher Strauch.

Gewöhnliche Hasel
Gewöhnliche Hasel

Korkenzieher-Hasel:
Foto links: männliche und weibliche Blüten an einem Zweig.
Foto rechts: weibliche Blüten an einem gewundenen Zweig.
 

Fundorte

Literatur / Links

September 2016