Zweihäusige Zaunrübe - Bryonia dioica

Zweihäusige Zaunrübe

Zweihäusige Zaunrübe (Bryonia dioica) am Fußweg von Freiburg-Ebnet nach Freiburg-Littenweiler – männliche Pflanze mit suchenden Ranken.

Zweihäusige Zaunrübe

Familie: Kürbisgewächse
Die Zweihäusige Zaunrübe (Bryonia dioica) ist eine bis zu 4 m hohe/lange, mehrjährige, krautige Kletterstaude. Die Zweihäusige Zaunrübe nutzt Hecken und Zäune um sich an ihnen hochzuranken. Ihre kleinen, trichterförmigen Blüten sind weißlich- oder gelblichgrün.
Die Pflanze findet sich in Mitteleuropa auf frischem, nährstoffreichen Böden, sie ist wärme-liebend. Im Norden ist sie als Neophyt vertreten.
Die Pflanze ist giftig und enthält einen stark hautreizenden Milchsaft.
Die roten, erbsengroßen, kugeligen Fürchte unterscheiden sie von der Gattung Weiße Zaunrübe (Bryonia alba), die schwarze Früchte besitzt.

Infografik zur Zweihäusigen Zaunrübe:
Sturm, Johann Georg (Zeichner: Jacob Sturm): Deutschlands Flora in Abbildungen, Stuttgart 1796; Zugriff auf Wikipedia im Juni 2016

Namen

Gattungsname: Bryonia, griechisch bryein = üppig sprießen.
Artname: dioica, zusammengesetzt aus griechisch di = zwei und oikos = Haus.
Die Bezeichnung "Zaunrübe" bezieht sich einerseits auf den Wuchsort (Zaun) und rührt zum anderen daher, dass die mehrjährige Pflanze als Überdauerungsorgan eine dicke rübenförmige, oft verzweigte Wurzel aufweist.
Weitere Namen der Zaunrübe sind Hundskürbis, Sauwurz und Tollrübe; bei Hildegard von Bingen (1098–1179) wurde sie "Stichwurtz" (Stickwurz) genannt. [Ehrentraud Bayer]

Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe


Foto links:
lang gestielte männliche Blüte
Foto mitte:
männliche Blüte, ca. 1,5 cm Druchmesser
Foto rechts:
Staubblätter
 

Blüte

Die Blüten der Zweihäusige Zaumrübe sind eingeschlechtlich, männliche und weibliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen (Zweihäusigkeit). Die trichterförmige Krone der weißlich- oder gelblichgrün Blüten ist fünfzipfelig. Sie stehen in Doldenrispen auf Stielen, die aus den Blattachseln wachsen.
Die männlichen Blüten sind stets langgestielt und besitzen fünf Staubblätter.
Blütezeit: Juni bis September

Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe


Foto links:
weibliche Blüte, ca. 1 cm Druchmesser
Foto rechts:
deutlich sichtbarer grüner Fruchtknoten und rauhaarige Narben
 

Die weibliche Blüten sind kurzgestielt und kleiner als die männlichen. Die Blütenkrone sitzt deutlich abgesetzt über dem kugelförmigen, grünen Fruchtknoten. Die Narben sind rauhaarig.

Zweihäusige Zaunrübe

Stängel und Blätter

Die Blätter sind kurzgestielt, haben eine Blattlänge von bis zu zehn Zentimeter und einen fünfeckigen Umriss. Sie sind beidseitig rau behaart, ganzrandig und bis über die Mitte handförmig fünflappig.

Die Ranken setzen sich aus einem Stiel und einem fadenförmigen Endteil zusammen. Er führt Suchbewegungen aus: Die Spitze des Endteils beschreibt kreisförmige Bahnen, solange bis eine Berührung mit einem Objekt erfolgt: Die Ranke wächst in Form einer spiraligen Feder. Nach einer Berührung erfolgt innerhalb von wenigen Minuten eine Krümmung um das gefundene Objekt und meist ein mehrmaliges umschlingen des Objekts. [Ruprecht Düll; Herfried Kutzelnigg]

Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe


Foto links:
weibliche Pflanze mit suchenden Ranken
Foto rechts:
männliche Pflanze, an einem Berg-Ahorn-Zweig
 

Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe
Zweihäusige Zaunrübe


Foto links:
Ranke, die Knopse einer Kamtschatka-Rose umschlingend
Foto mitte:
Ranke, die sich nach oben entwickelt hat
Foto rechts:
unreife Früchte
 

Früchte

Die kugeligen Beeren, sechs bis sieben Millimeter im Durchmesser, sind in unreifem Zustand grün und gefleckt, im reifen Zustand einfarbig scharlachrot.

Fundorte

Literatur / Links

Juni 2016