Mondfinsternis: 23.9.2015, 27.7.2018

Mondfinsternis
Blutmond am 27.7.2018, fotografiert um 23.02 Uhr von Freiburg-Ebnet aus
Mondfinsternis

Eine Mondfinsternis ist die Verfinsterungen des Vollmondes beim Durchlaufen des Erdschattens, wenn dieser in oder nahe der Mondbahn liegt und die Sonne weniger als 13° vom Schnittpunkt der Mond- und Sonnenbahn entfernt ist. Dabei entstehen ein Kern- und ein Halbschatten (Bild).
Bei der totalen Mondfinsternis tritt der Mond ganz in den Kernschatten ein, der nur in der Nähe der Grenze zum Kernschatten eine dem Auge merkliche Lichtverminderung bewirken kann. Bei einer totalen Mondfinsternis bleibt der Mond in kupferrotem Licht sichtbar; sie dauert höchstens 1,7 Stunden. Innerhalb von 1000 Jahren finden durchschnittlich 1543 Mondfinsternisse statt, darunter 716 totale. [Brockhaus].

Mondfinsternis
Mond und Mars am 27.7.2018

Totale Mondfinsternis am 28. 7. 2018

Bei der Mondfinsternis am 28. Juli 2018 trafen drei besondere Ereignisse zusammen:
Der Mond trat ganz in den Kernschatten der Erde ein – das wäre schon eine
„normale“ totale Mondfinsternis (siehe oben). Befindet sich der Mond im
Kernschatten der Erde leuchtet er trotzdem. Die Erdatmosphäre wirkt wie eine
Linse, die das Licht der Sonne in den Schatten hinein bricht. Hauptsächlich
der langwellige, rote Anteil des Lichts erreicht dabei den Mond, nicht hin-
gegen der blaue Lichtanteil. So erscheint der Mond in fahlem roten Licht,
daher die Bezeichnung Blutmond.
Es ist die längste im 21. Jahrhundert sichtbare totale Mondfinsternis. Sie
dauert 103 Minuten. Erst am 9. Juni 2123 wird sie um etwa drei Minuten
übertroffen.
Gleichzeitig mit der totalen Mondfinsternis kommt der Planet Mars der Erde so nah wie selten, nämlich auf
rund 58 Millionen Kilometer. Er ist dann besonders hell zu sehen, steht etwa sechs Grad südlich vom
Mond.

Mondfinsternis-Fahrplan am 28. 7. 2018:
21.03 Uhr: Der Mond geht in Südbaden normal, unverfinster auf.
Beginn der Verfinsterung, der Mond tritt in den Kernschatten der Erde ein, unmittelbar nach dem
Mondaufgang.
Zwischen 21.30 Uhr und 23.13 Uhr befindet sich der Mond im Kernschatten der Erde,
Maximale Verdunklung um 22.22 Uhr.
0.19 Uhr der Mond ist wieder unverfinstert zu sehen.

Totale Mondfinsternis am 28. 9. 2015

Mondfinsternis

Bei der Mondfinsternis am 28. September 2015 trafen drei besondere Ereignisse zusammen:
Eine „normale“ totale Mondfinsternis.
Der Mond befandet sich sehr nahe an der Erde. Dies geschieht einmal in 27 Tagen. Der Mond ist dann
27.000 km näher an der Erde als im Durchschnitt der anderen Tage. Der Mond wirkt daher besonders groß.
Ebenso gibt es den entgegengesetzten Tag, an dem der Mond 27.000 km weiter von der Erde entfernt ist
als im Durchschnitt.
Die Nacht zum 28. September war eine Vollmond-Nacht. Bei Erdnähe und Vollmond spricht man vom
Supermond. Die Mondfinsternis an diesem Tag war bei klarem Himmel in südwestlicher Richtung in ganz
Deutschland zu sehen.

Mondfinsternis-Fahrplan am 28. 9. 2015
Der Mond geht normal, unverfinster auf.
Beginn der Verfinsterung um 3.07 Uhr, der Mond tritt in den Kernschatten der Erde ein.

Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 3.17 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 3.25 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 3.39 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 3.58 Uhr

Zwischen 4.11 Uhr und 5.24 Uhr befindet sich der Mond im Kernschatten der Erde.

Mondfinsternis

Der Mond im Kernschatten der Erde. Er zeigt sich als "Blutmond" in fahl rötlichem Licht. Aufnahme gegen 4.35 Uhr.

Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 5.37 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 6.01 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 6.17 Uhr
Mondfinsternis
Aufnahme um ca. 6.38 Uhr

Ab 6.27 Uhr ist der Mond wieder unverfinstert zu sehen. er ist vollständig aus dem Kernschatten der Erde
herausgetreten.

Symbol

Historiche Hinweise

Schon in der Antike war bekannt, das sich Sonnen- und Mondfinsternis in rund 18 Jahren in gleicher Weise wiederholen. Diese Zyklen nennt man Saros-Perioden. Den Namen Saros wählte der Astronom Edmund Halley im Jahr 1691. Eine dem 28. September ähnliche Mondfinsternis ereignete sich am 16. September 1997.

Rouffach
Rouffach

Sonnenuhr in Rouffach, Elsass – Blutmond über dem Schwarzwald
In einem Artikel der Badischen Zeitung von 15. 11. 1980 geht der Autor Heinz Schumacher auf die Restaurierung der Sonnenuhr 1979 ein, macht neugierig sich dieses Kleinod anzusehen und berichtet:
Die Sonnenuhr an der Franziskanerkirche in Rouffach, geschaffen im 17. Jahrhundert, erklärt bildlich das Zustandekommen einer Mondfinsternis. „Aberglaube und Panik unter der ländlichen Bevölkerung, so darf man annehmen, mögen der Anlass für die lehrhafte Ausgestaltung dieser Sonnenuhr gewesen sein. Eines Tages war der Mond rot. Kupferrot war er über dem Schwarzwald aufgestiegen. Vorzeichen einer Katastrophe?“ Die Mönche erklärten wohl der ländlichen Bevölkerung das natürlich Zustandekommen einer besonderen Mondfinsternis, nämlich der vom 16. August 1617, so das Datum über dem Fresko. Zu erkennen ist dies an der Darstellung der Planeten Merkur und Jupiter, dieser in Opposition (von der Sonne aus gesehen, hinter der Erde) und Merkur in unterer Konjunktion (zwischen Erde und Sonne) befindlich. Auf der 0ppositions- beziehungsweise Konjunktionslinie dieser beiden Planeten zeigt sich der im Erdschatten befindliche Mond noch mit einer schmalen Silbernen Sichel. Die Positionen passen zu diesem August-Datum, an dem kurz nach dem Sonnenuntergang der Mond kupferrot über dem schwarzwälder Belchen aufging.

Rouffach
Rouffach

„Der Hinweis auf eine Mondfinsternis 1617 geht auf den Werkmeister, René R. J. Rohr, zurück, der die Uhr 1979 restaurierte. Sie wurde schon 1990 bestritten.
Heute kann man mit dem Computer und astronomisches Software leicht feststellen, dass an diesem Datum Merkur nicht in Konjunktion und Jupiter nicht in Opposition standen. Also ist diese ganze Geschichte der schrecklichen Mondfinsternis nur eine schöne Sage.
Wahrscheinlich will das Gemälde nicht den Zustand des Himmels an einem genauen Datum vorstellen, sondern ein Bild des Sonnensystems mit zahlreichen astronomischen Angaben zeigen: das gelbe Gebiet, zum Beispiel, ist nicht der „Schatten des Mondes“ sondern das Band des Tierkreises.
Das Rouffacher Gemälde ist dennoch von großem Interesse, schon weil es eine besondere geo-heliozentrische Kosmologie benutzt, und auch weil zwei Fragen nicht geklärt sind: von wann stammt es und wer hat es gezeichnet ?“ [Jacques Mertzeisen, Eguisheim (France)]

Literatur und Links

Juli 2018

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